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AI - EDITION BERLIN

Taketo Muroi - Afterimage 5

Taketo Muroi - Afterimage 5

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Technik: Promptography auf Hahnemühle Fine Art Papier
Bildgröße: 45 x 30 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2025

Afterimage 5

Afterimage 5 verdichtet die zentrale Fragestellung der Serie zu einer besonders materiellen und zugleich medial selbstreflexiven Konstellation. Die Zweiteilung des Bildes fungiert hier als klare Trennlinie zwischen zwei Zuständen von Bildlichkeit: links das Bild als flüchtige Projektion, rechts das Bild als beschädigtes Objekt.

Die linke Bildhälfte zeigt eine großformatige, leicht geneigte Fläche, deren Oberfläche von weichen Farbverläufen und Lichtreflexen durchzogen ist. Das Bild scheint sich aus dem Raum herauszulösen: Es kippt, verflüssigt sich, läuft förmlich aus. Der farbige Streifen, der sich vom unteren Rand in den Raum hineinzieht, wirkt wie ein Nachbild im physiologischen Sinn – eine Spur, die bleibt, nachdem das eigentliche Bild bereits verschwunden ist. Wahrnehmung erscheint hier als zeitlicher Prozess, nicht als stabiler Moment.

Demgegenüber steht rechts eine Szenerie, die das Bild als materielles Relikt zeigt. Zerrissene, verformte und mit Kunststoff überzogene Bildträger liegen oder lehnen im Raum. Kabel, Spannungen und Brüche werden sichtbar. An der Wand hängt ein gerahmtes Bildfragment – klein, isoliert, beinahe verloren. Diese Bildhälfte thematisiert nicht das Sehen, sondern das Scheitern des Bildes: seine Verletzbarkeit, seine Abhängigkeit von Trägern, Räumen und technischen Bedingungen.

In der Gegenüberstellung entsteht ein präziser Kommentar zur Gegenwart fotografischer und KI-gestützter Bildproduktion, wie sie Taketo Muroi untersucht. Während links das Bild als immaterielle Erscheinung und algorithmische Simulation aufscheint, zeigt die rechte Seite die Rückkehr des Realen in Form von Gewicht, Material und Verfall. Das eine existiert nur im Moment der Wahrnehmung, das andere bleibt als beschädigtes Objekt zurück.

Afterimage 5 verhandelt damit die Spannung zwischen digitaler Entgrenzung und physischer Realität. Das Nachbild ist hier nicht nur ein optisches Phänomen, sondern ein medienkritischer Zustand: Bilder überdauern nicht als klare Aussagen, sondern als fragile Spuren – zwischen Projektion und Ruine, zwischen Licht und Last.

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