AI - EDITION BERLIN
Taketo Muroi - Latent grains 1
Taketo Muroi - Latent grains 1
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Technik: Promptography auf Fine Art Papier
Bildgröße: 30 x 30 cm
Auflage: 3 + 1 A. P.
Jahr: 2025
Latent Grains 1
Latent Grains 1 eröffnet die Serie als eine Art Grundton, in dem bereits alle späteren Verschiebungen angelegt sind. Das Bild zeigt einen kontinuierlichen Farbübergang von tiefem Blau über Türkis und Grün bis hin zu Gelb und Orange. Diese scheinbar harmonische Progression ist jedoch nicht glatt oder neutral: Die Übergänge wirken weich, aber nicht nahtlos, als würden sich minimale Widerstände, Reibungen oder Unschärfen im Farbfeld abzeichnen.
Im Kontext der Serie verweist dieses Werk auf das „Latente“ als einen Zustand vor der Form. Farbe erscheint hier nicht als Ausdruck oder Symbol, sondern als energetisches Feld – vergleichbar mit einem noch nicht manifestierten Bildgedanken. In der japanischen Wahrnehmungstradition, insbesondere im Zen, lässt sich dies als Ma lesen: ein Zwischenraum, ein zeitlicher und visueller Zustand des Werdens, nicht des Seins.
Animistisch gedacht besitzt jede Farbe eine eigene Wirksamkeit. Blau und Grün tragen eine kühle, zurückhaltende Präsenz, während Gelb und Orange eine leise Intensivierung markieren, ohne in expressive Geste zu kippen. Nichts dominiert, alles bleibt im Gleichgewicht.
Medienkritisch gelesen reflektiert Latent Grains 1 den Zustand algorithmischer Bildproduktion, in dem Bilder nicht mehr aus Motiven, sondern aus Wahrscheinlichkeiten entstehen. Das Werk zeigt kein Ergebnis, sondern einen Prozess – ein visuelles Feld, das kurz vor der Entscheidung steht. Für Taketo Muroi ist dieses erste Bild der Serie damit ein Ausgangspunkt: Sehen beginnt hier nicht mit Bedeutung, sondern mit Wahrnehmung selbst.
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